10 Bäche und Teiche im Regenwald- Ökosystem Igarapé
„Klunk, klank, klink, klunk“, irgendwie klingt es
fröhlich, auch wenn es nur erschallt, wenn es zu nieseln oder gar zu regen
beginnt, oder beim Einnachten. Es sind Frösche und Kröten, die unsichtbar,
irgendwo draußen in den dunklen, nachtschwarzen „Igarapés” singen, blöcken oder quaken. „Igarapés“ sind eine Art amazonischer
Sumpflandschaft inmitten des Regenwaldes. Sie werden ständig von einem fein
verästelten Flusssystem durchflossen, dessen Wasser kaum ansteigen. Es ist bräunlich-klares
Wasser, das sich durch den Halbschatten windet, gefiltert von fächrigen
Palmwedelfingern. Fast scheint es stillzustehen, und doch kommt es von
irgendwoher, fließt irgendwo hin. In Igarapés dringt man am besten per Kanu
ein. Hin und wieder weiten sich die stillen Bäche plötzlich zu geheimnisvollen
Teichen oder stehenden Wassern, auf denen eine eigene Flora gedeiht. Die
einheimische Bevölkerung planscht sehr gerne in diesen natürlichen Becken.
Manche haben den Ruf „eiskalt“ zu sein, perfekt um einen Kater auszukurieren. Hat
man Glück, dümpeln riesige, perfektrunde Seerosenblätter der „Vitoria Regia“, zu Ehren Königin
Viktorias so genannt, darin. Wenn sich ihre starken, riesigen Teller mit dem
aufgeworfenen Rand von der Mitte her auffalten, kann man das komplizierte
Luftkammersystem sehen, das ihnen erlaubt, schwerelos auf der Wasseroberfläche
zu fluten. Hie und da öffnet sich auch eine prall-dicke Knospe zu einer strahlend
rosa-weißen Blüte. Andere Wasserpflanzen, von eigenartiger Schönheit, zeigen
filigrane Spitzenmuster, die an arabische Mosaike oder geometrische
Scherenschnitte erinnern. Zusammen mit den fragilen Wassergräsern, deren
flexible Haare sich elastisch und schwerelos der kaum bemerkbaren Strömung
anvertrauen, formen sie immer neue, kunstvoll geflutete Teppiche, eigentliche
Unterwasserkunstwerke.
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