14 Ströme, Meere, Weißwasserflüsse
Am
paradiesischsten, das heißt unberührtesten scheint der Regenwald immer dann,
wenn die überbordenden Regen, Wassermassen über Wassermassen, Regenschauer nach
tropischen Regenschauern, unbemerkt den feinen Schnitt wegwaschen, der da am
Horizont die Meere und Meere schlammig-grauen Wassers von den Himmeln und
Himmeln schlammig-grauen Wassers schneidet und alles hinter fadenfeinen Wischstrichen
verschwindet. Faszinierend fremde Welt der
amazonischen Weiß-, Falb- und Schwarzwasserflüsse, so benannt nach ihrer Optik.
Träge und schmutzig wälzen sich die Riesenströme Solimões, Madeira und Amazonas
dahin. Europäischen Augen erscheinen ihre Weißwasser genannten Fluten dreckig
und verschmutzt. Ihre trübe, lehmig Farbe signalisiert aber nur, dass sie in
ihren Wassern vielerlei Sedimente und Erde mitschwemmen. Sie haben gerade
deswegen die reichste Flora und Fauna. So ist zum Beispiel der Rio Madeira bekannt
für seinen Fischreichtum, aber auch für seine Tücken. Mehr als ein Schiffer
soll auf dem Fluss schlafen gegangen sein und auf dem Festland aufgewacht - der
Fluss hatte in der Nacht sein Bett gewechselt. Interessant auch die
schwimmenden Grasinseln, Matupá
genannt, die sich immer wieder von den steil abfallenden Ufern loslösen,
Eigenleben entwickeln und lautlos riesig flussabwärts schwimmen.
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