21 Die Helden des amazonischen Alltags - Ribeirinhos
Sie sind wohl die Ersten, die kommen, und die Letzten, die aufgeben:
Ribeirinhos. Sie sind gleichzeitig Vorhut und Nachzügler, eine Art Helden des
amazonischen Alltags. Keiner, außer vielleicht eine Handvoll Missionare, viele
von sogenannten Freikirchen, wagt sich so weit die Flussarme hoch wie sie. Sie
bilden, zwei oder drei Häuser, eine Schule und eine Kirche zusammen, gar eine „Comunidade“. Ein Wort, das hier noch
keinen kriminellen Beigeschmack hat. Ihre Rassenmischung, dieser Frage steht
man seit der Kolonisierung opportunistisch gegenüber, verraten ihr Indioblut
oder das des Nordestinos. Heute gesellen sich immer mehr Gauchos,
Südbrasilianer dazu. Wohnen sie irgendwo im Landesinnern, werden sie auch „Caboclos“ genannt, oder „Colonos“, Hinterwäldler, eine Art Bauern,
arm, ungebildet. Teil all derer, die sich tagtäglich irgendwie arrangieren,
leben, überleben, mit oder gegen die Natur, tagtäglich die endlosen
Wasserstraßen hinauf und hinunter fahren. Vielleicht gehören sie auch zu den
Goldgräbern und anderen, moderneren Schatzsucher, die Bodenschätze sind
unvorstellbar reich, sind Farmer, Jäger, Freibeuter, Mienenarbeiter oder
Prostituierte, denn der Amazonas ist so riesig, so unendlich weit, dass er in
vielen Teilen einem sehr wilden, brasilianischen Westen gleicht, um nicht zu
sagen einem wie ein riesiges Armenhaus vorkommt. Dem Staat gelingt es nicht,
will es nicht gelingen, sich überall präsent zu machen.
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)







Nenhum comentário:
Postar um comentário