segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

21 Die Helden des amazonischen Alltags - Ribeirinhos






























21 Die Helden des amazonischen Alltags - Ribeirinhos

Sie sind wohl die Ersten, die kommen, und die Letzten, die aufgeben: Ribeirinhos. Sie sind gleichzeitig Vorhut und Nachzügler, eine Art Helden des amazonischen Alltags. Keiner, außer vielleicht eine Handvoll Missionare, viele von sogenannten Freikirchen, wagt sich so weit die Flussarme hoch wie sie. Sie bilden, zwei oder drei Häuser, eine Schule und eine Kirche zusammen, gar eine „Comunidade“. Ein Wort, das hier noch keinen kriminellen Beigeschmack hat. Ihre Rassenmischung, dieser Frage steht man seit der Kolonisierung opportunistisch gegenüber, verraten ihr Indioblut oder das des Nordestinos. Heute gesellen sich immer mehr Gauchos, Südbrasilianer dazu. Wohnen sie irgendwo im Landesinnern, werden sie auch „Caboclos“ genannt, oder „Colonos“, Hinterwäldler, eine Art Bauern, arm, ungebildet. Teil all derer, die sich tagtäglich irgendwie arrangieren, leben, überleben, mit oder gegen die Natur, tagtäglich die endlosen Wasserstraßen hinauf und hinunter fahren. Vielleicht gehören sie auch zu den Goldgräbern und anderen, moderneren Schatzsucher, die Bodenschätze sind unvorstellbar reich, sind Farmer, Jäger, Freibeuter, Mienenarbeiter oder Prostituierte, denn der Amazonas ist so riesig, so unendlich weit, dass er in vielen Teilen einem sehr wilden, brasilianischen Westen gleicht, um nicht zu sagen einem wie ein riesiges Armenhaus vorkommt. Dem Staat gelingt es nicht, will es nicht gelingen, sich überall präsent zu machen.



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