segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

27 Manaus grosse alte Lady, das Theater













27 Manaus große alte Lady, das Theater

Manaus, Tage und Tage den Amazonas hoch, wurde erst 1848 zur Stadt erklärt. Es entwickelte sich aber bald danach zu einem blühenden Umschlagplatz, zur wichtigen Sammel- und Lagerstation der Kautschukballen. In den Jahren zwischen 1880 und 1910 galt Manaus als die florierenste, am schnellsten wachsende Stadt der Welt, mitten in den tropisten Tropen. All das, dank einer durch die Industrialisierung angeregten Neuendwicklungen: Latex, Gummi. Bald schon explodierte die Nachfrage nach dem Rohprodukt Kautschuk, mit primitiven Methoden mitten aus dem Regenwald extrahiert. Ein Boom, dem clevere Engländer aber schon bald ein Ende setzten. Sie schmuggelten Gummibaumsamen nach England und pflanzten die geraubten Gummibäume in ihren Plantagen in Malaysia. Sie entzogen damit den Brasilianern über Nacht die Geschäftsgrundlagen. Das Theater, Zeitzeuge dieser Zeit, versteckt hinter einem wilden Gewirr elektrischer Leitungen und unschöner Lichtmasten. Es erstrahlt heute wieder im ehemaligen Glanz. Majestätisch steht es da, inmitten einer wilden und ungeordneten Stadt, aus gesichtslosen Gebäuden angehäuft, mit einem sich selbst überlassenen Zentrum. Eigentlich eine wilde Kollektion architektonischer Stile und Moden, besticht es durch seine exotische Schönheit. Von Weitem winkt das Dach mit den vier Dachflächen, von einem kurzen Turm mit einer reich dekorierten Kuppel gekrönt, halb maurisch, halb Moschee. Die emaillierten Dachziegel in Grün, Blau, Gelb und Ocker sollen eine Hommage an die Farben der brasilianischen Flagge sein. Wie es zu dieser Zeit üblich und schick war, wurden die Ziegel, praktisch das ganze Baumaterial, aus Europa hergeschifft: Die dekorativen Eisengitter stammen aus England, die Bronzen aus Belgien, die Kristallleuchter und Spiegel aus Murano, Italien. Ein portugiesisches Architekturbüro war für die Konstruktion aus dem Jahre 1883 verantwortlich. Die Hauptfassade schwelgt im Prunk griechischer Säulen und anderen hellenistischer Elemente. Auch das wunderschöne Holzparkett aus einheimischem Tropenholz, krönender Innenausbau, bekam den edlen Glanz und die perfekte Form in Europa verpasst. Ellenhohe, elegante Spiegel und viel Stuck und Gips unterstreichen die Verspieltheit des Interieurs voller goldenem Fru-fru, typisch für die Belle Époque. 


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