15 Dunkeltransparent wie Tee - Schwarzwasser
Steckt man kühn eine Hand ins Wasser des Schwarzen Flusses, des Rio Negro,
perlt es einem lauwarm und gischtig bräunlich durch die Finger. Das Wasser ist
körperwarm, oder wie die Kinder sagen: Pipi-warm! Transparent-bräunlich wie verdünnte
Coca-Cola oder starker Schwarztee, von einzelnen, um Grade kühleren Strömen
durchzogen - Schwarzwasser sind etwas gewöhnungsbedürftig. Die Wasser des Rios
Negros, er trägt das Schwarz gar im Namen, sind dank vieler zersetzter
Pflanzensedimente sehr alkalihaltig und deshalb fast moskitofrei und
transparent. Überall sieht man bis auf den weichen, strahlend hellen, staubfeinen
Sandgrund. In diesen geologisch sehr alten Flussbetten verbirgt sich auch die
Erklärung für seine Transparenz. Er gibt ganz einfach keine Erde oder Sedimente
mehr zum Mitschwemmen, die die Wasser undurchsichtig machen würden. Auch der Rio
Negro ist ein Gigant. Er gehört zu den drei größten Flüssen der Erde. Allein
durch sein Bett fließt mehr Wasser, als durch alle europäischen Flüsse
zusammen. Sein Wasserstand schwankt, je nach Jahreszeit kann er zwischen 9 und
12 Metern ansteigen oder wieder fallen. In Manaus musste deshalb extra eine
schwimmende Hafenanlage entwickelt werden, die beim Ansteigen und Sinken der
Wasser sozusagen mitschwimmt.

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