quinta-feira, 2 de fevereiro de 2012

49 Ursprünglich unabdingbar - Farinha










49 Ursprünglich unabdingbar - Farinha

Farinha”, (grobkörniges Mehl) „Farinha d´água“ ist im Amazonas eine Art Grundnahrungsmittel. Für Europäer ist es eher gewöhnungsbedürftig. Theoretisch kann man aus allen Maniokarten Farinhas herstellen, aus der ungiftigen „Macaxeira“, der -sanftmütigen- oder der strengen/bösen, hochgiftigen, gar aus Mais. Die lokale, amazonische „Farinha d’água“ wird aus der giftigen Maniokwurzel. Zur Schöpfung der Maniokwurzel gibt es eine Lende: Die Maniokwurzel sei auf dem Grab eines von einem von einem weißen Mann mit einer India gezeugten Kindes gewachsen. Das Kind, Frucht eines Fehltrittes, wurde umgebracht und genau da begraben. Ob es nun der Sünde oder der ihm nachgeweinten bitteren Tränen zu verdanken ist, dass die Wurzel, die entstand, giftig wurde, darüber sind sich die Lenden uneinig. Die Pflanze stammt, wie der Mais, aus Südamerika, wo sie seit Urzeiten von allen Indiostämmen angebaut, veredelt und in immer anderen Varianten gezüchtet wurde. Die Indios verwerten alle Teile der Maniokpflanze und das Gift wird durch den Kochprozess zerstört. Für viele Leute aus dem Amazonas ist es viel wichtiger als Brot, ein wirkliches Grundnahrungsmittel. Es gibt tausenderlei Farinhas, hellere, gelbere, gröbere, feinere, aber nur hier im Norden gibt es die leckeren, knackigeren oder krossen „Farinhas d’água“ (Wassermehl, weil die Maniokwurzel im Wasser fermentiert). Auf allen Märkten werden sie offen in recycelten, seitlich heruntergerollten Mehlsäcken angeboten und jeder hat so seine Vorliebe. Wer kosten will, bevor er kauft, wirft sich mit drei Fingern etwas Farinha in den Mund. Hat man sich in der Schärfe des allgegenwärtigen Pfeffers getäuscht? Es gibt kein besseres Gegenmittel, als eine Handvoll Farinha. Schon ist das Brennen gebannt.

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