5 Soja oder
Paranussbaum? - Von der Zerstörung
Ihre Majestät erhebt sich, hoch
und stolz aufgerichtet, eine Einzelgängerin, purer Anachronismus, am Rand des
Weges. Jeder kennt sie: Es ist eine Kastanie, ein Paranussbaum (Bertholletia excelsa). Sie ist auch in
geschlossenen Urwaldgebieten eine Einzelgängerin, ihr Stamm erreicht einen
Durchmesser von 1-2 m. Hier inmitten der Sojapflanzungen braucht ihre Majestät
den ewigen Kampf um Sonne und Nahrung nicht mehr zu kämpfen, sie steht allein. Paranussbäume
sind ihrer ökonomischen Bedeutung wegen, ein Widerspruch, seit 1994 durch
staatliches Gesetz, vor dem Fällen geschützt. Das aber rettet sie nicht. In den
Fortpflanzungskreislauf der Paranussbäume ist eine hoch spezialisierte Biene
involviert. Nur dem Bienenweibchen gelingt
es, sich ins Innere der kugelförmigen Blüte zu zwängen und sie zu bestäuben. Sie
fliegt an einem Tag bis zu 20 km weit. Die männliche Biene allerdings
verschmäht Paranussbäume, ernährt sich einzig und allein von einer spezifischen
Art Orchideen. Wenn sie die befruchtet, liefert ihr die Orchidee einen
aromatischen Nektar, der wiederum weibliche Bienen anzieht. Holzt man nun, wie
hier, den Regenwald weg, stockt der ewige Zyklus, das Schutzgesetz annulliert
sich selbst und die Kastanie stirbt.
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