segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

34 Belém Belle Époque - Paris in den Amerikas




















34 Belém Belle Époque - Paris in den Amerikas

Der hohe Uhrturm von winkt einem von weitem zu. „Paris nas Amerikas“ erhebt sich majestätisch über das wilde und farbenprächtige Gewimmsel. Das vernachlässigte Zentrum von Belém ist ein wahres Mekka der Straßenhändler, schreiend, pulsierend, gefährlich und dreckbillig. Hat man aber einmal den Fuß auf die überreich verzierten Fließen in Neo-klassizistischem Barock gesetzt, scheint die Zeit still zu stehen. Die etwas zurück versetzte Treppe ist ein kleines Schmuckstück. Sie beginnt ausladend mit zwei Säulen, verjüngt sich wie die geschnürte Taille einer Geige, um sich dann in halber Höhe zu teilen. Führt in kühnem Bogen ins u-förmige Obergeschoss mit Galerie. So konnte die anspruchsvolle Kundschaft, feinste Damen mit blasser Haut und Sonnenschirmchen, in raschelnden Kleidern aus Batist oder ultraleichtem Leinen, beidseitig darüber hochgleiten, ohne auch nur den Boden zu berühren. Die Lampen, der Stuck, die Spiegel, die wunderschönen Einlegböden, zweifarbige Intarsien, Mädchenschienbeine genannt, sind alle noch da. Fast unberührt und geisterhaft leer, unbenützt. Ganz anders das Eingangsgeschoss – „Paris nas Américas“ ist bis heute ein Tuchgeschäft! Nur leider ziemlich viel populärer, als auch schon, denn heute setzt keine Dame der besseren Gesellschaft auch nur einen Fuß in den ordinären Schmutz des Zentrums. Zwar liegt die zentrale Markthalle „Ver-o-peso“ gleich um die Ecke und die ultraschicken „Docas“, die zu Restaurants umgebauten Docks sind höchstens fünf Fußminuten weg. Das exakt am 15.06.1870 als erstes in Belém eröffnetes Geschäftshaus legt bis heute ein perfektes Zeugnis jener Belle Époque ab, zu der Zeit, als der Handel mit Kautschuk gerade seinen Gipfel zu erklimmen begann. Beléms Vorbild zu dieser Zeit war nichts weniger als das kosmopolitische Paris. 

Nenhum comentário:

Postar um comentário