39 San Antônio
Festa Junina São João
Im Juli, um den Tag des
heiligen São João füllten sich ehemals, wie von Zauberhand, die Straßen mit
ambulanten Verkäufern. Sie boten büschelweise, - „Cheiro cheiroso! Cheiro cheiroso!” (Duftender Duft!) - all das an,
was gut roch, den bösen Blick abhielt und gute Geister anzog: Rosmarin,
Lavendel, Patschuli, „Priprioca“, „Casca Preciosa“, Myrrhe und „Catinga de Mulata“. Keiner weiß mehr so
genau, welche Düfte lokal sind und welche übers Meer hierher fanden, auf ihrem
langen Weg köstlich verfaulten, wie das Patschuli mit seinen schimmligen Noten.
Jeder und jede Familie hatte seine Rezepte, die neben den Wohlgerüchen auch
eine Portion Magie einschlossen. So unterzog sich die ganze Dynastie, von der
Urgroßmutter bis zum Baby dem Ritual des „Banho
de cheiro“, des kollektiven oder individuellen Duftbades, manche füllten
einfach das Schwimmbad, um daraus gereinigt, gestärkt und mit geschlossenen
Körpern hervorzusteigen. Auch die Häuser wurden mit diesen Duftwässern
gewaschen. Zu wohlriechenden Büscheln gebundene Zweige versprengten das Wasser
vom Innern des Hauses den weit geöffneten Türen zu, damit die bösen Geister
erschreckt hinaus gesprengt wurden. Bis heute hat sich die Tradition der
Junifeste gehalten, wenn auch deutlich modifiziert und modernisiert. In manchen
Städten oder Dörfern ist es die Nachbarschaft, die zusammen feiert, aber in
anderen gibt es einen richtigen Wettbewerb. Darum nämlich, wer die beste
Quadrilha tanzt. Unbedingt mit dazu gehören die traditionellen Speisen.










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