segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

12 Zwischen Flut und Ebbe - Ökosystem Mangue


























12 Zwischen Flut und Ebbe - Ökosystem Mangue

Da wo sich Meerwasser mit Süßwasserfluten mischt, entstehen eigene Ökosysteme, resistent gegen das tagtägliche Ansteigen und Fallen der Fluten. Die natürliche Auslese hat auch hier zu exotischen Anpassungen geführt. Stelzenwurzeln, hochstrebend komplex wie eine gotische Kathedrale, verankern Baumriesen mitten im Sand. Sie widerstehen den immer näher leckenden Fluten, lassen sich gar ganz unterspülen. Immer wieder öffnet sich die Rinde, und noch eine neue Wurzel wuchert über die schon vorhandenen hinweg. Solche Wurzelkathedralen sind ideale Brut- und Zufluchtsstätten für Vögel, Fische und viele andere Lebewesen. Auch die Samen vieler Bäume sind sozusagen wasserfest. Viel Bäume lassen ihre Frucht von den Wassern davontragen. Statt Muscheln findet man am Strand Kokosnüsschen in allen Größen, alle Arten von Kastanien, Mandeln, kleine Ballone, die Samen enthalten, wunderbar gewundene Bohnen, Rispen, Rinden. Manche Samen müssen gar durch einen Fischbauch wandern, bevor sie auskeimen können. Die dreikammrige Frucht hier enthält die Frucht des Gummibaums, gräulich, vom Wasser ausgewaschen, ovalrund und rundherum eingekerbt. Dickbäuchig und orangebraun sind die ölhaltigen Samenfrüchte des Andirobabaumes. Die beigebraunen, silbern gewaschenen Ballönchen sind wohl wilde Maracujás, Passionsfrüchte. Überreiche Ernte des Flusses, Anfang und Schlusspunkt dieses monochromatischen Paradieses, einsilbig, eigenartig karg, um das Wort monoton zu vermeiden, endlos, endlos weit und endlos fruchtbar. 



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