segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

6 Von den Hitzen
















6 Von den Hitzen

Feuchtheiße 28-32 Grad legen sich wie ein unsichtbarer Film auf die Haut, variieren die immerselben, winzigen Hitzenuancen. Der glühend schwüle Atem des Amazonas scheint direkt aus dem Purgatorium, gar aus der Hölle zu entweichen! Alle kapitulieren vor ihm, unterwerfen sich ihm, schwitzen, nicht nur das eine oder andere Hemd durch, schwitzen sozusagen tierisch, bis auf die Seele, arme, gestrafte, verurteilte Sünderseele durch. Auch in den tiefsten Schatten destillieren sich, unablässig genährt, unkontrollierbare Rinnsale aus Schweiß. Rinnen aus Achselhöhlen und Kniebeugen, kleben Haut auf Haut, häufen sich ungefragt auf Oberlippe und Stirn, fließen über Schläfen, Wangen, lösen sich leise vom Kinn, pling, feiern klammheimlich Wiedersehen tief im Dekolleté. Schlimmer sind wohl nur die Tropennächte! Entweder mühlt ein Ventilator die Hitzeschwaden durch und speit einem in regelmäßigen Abständen seinen heißen Atem ins Gesicht. Als einzige Alternative brummt der Motor der Klimaanlage. Oft scheint er lauter als eine Flugzeugturbine zu heulen. Überzieht noch empfindlichere Körperstellen mit seinem eiskaltem Hauch, was für den nächsten Tag mindestens einen steifen Nacken garantiert. Sozusagen auswegslos teilt man ohne diese Hilfsmittel sogleich die breiig stillstehende Luft mit den unterschiedlichsten Insekten. Wen wundert es da, dass man sich früher in seiner Europazentriertheit sicher war, dass das tropische Klima den menschlichen Organismus schwäche, nicht nur der Faulheit Vorschub leiste und eine laxe Moral und eine ausgeprägte Sinnlichkeit begünstige? Noch schlimmer, gar die Entwicklung einer wirklich zivilisierten Zivilisation verunmöglichte!



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