segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

30 Obidos, die Kehle des Amazonas






















30 Obidos, die Kehle des Amazonas

Das amazonische Hinterland ist, noch, eine andere Welt. Das bekommt man in Óbidos immer wieder bestätigt. Das Spektakulärste an Óbidos ist seine Lage. Fast zu Ende der dreistündigen Flussfahrt auf dem endlos breiten, endlos grauschlammigen, endlos verzweigten Wassern des Amazonas hoch, schieben sich die nie mehr als strichartigen, kaum baumhohen, immer meilenweit fernen Ufer des Stroms, ein einziges, schlammiges Meer, von beiden Seiten her in weit ausholendem Bogen immer näher zusammen. Türmen sich auf der rechten Seite gar zu einem weithin sichtbaren Hügelchen auf: Es ist die Kehle, oder auch die Schnalle des Amazonas. So wird seine schmalste Stelle, sie ist „nur“ 1.890 Meter breit, genannt. Die Enge ist auch ungewöhnlich tief, nämlich um die 75 Meter. Ein strategisch hochinteressanter Punkt und so haben sich hier die Portugiesen schon 1697 ein Fort errichtet, das bald auch zur Missionsstation von Franziskanermönchen wurde. Später wurde dann, im Zug der von Marques de Pombal angeordneten „Verportugiesierung“ des Amazonas aus dem Indiodorf mit Missionsstation die Stadt Óbidos, in Hommage an die gleichnamige Stadt in Portugal. Heute gesellt sich zum schlecht konservierten Kolonialstilcharme eine überraschende Freundlichkeit und Gastfreundschaft. Hier stehen oft Türen und Fenster, Gartentore offen. Abends setzt sich die ganze Nachbarschaft auf die Schwelle oder den Bürgersteig. Die jüngeren Semester laufen, im Sportdress natürlich, um den riesigen, baum- und schattenlosen Dorfplatz, der nun von riesigen Lampen erleuchtet zum kollektiven Rummel- und Fußballplatz wird, eine willkommene Alternative zu den Laptops, MTV und Handys. Die einfache Bar beschenkt mit einer privilegierten Aussicht über die Bucht. Vergleichbares ist im topfebenen Amazonas nur schwer zu finden. Weiter unten, ganz am Hafen, hängt, da wo die Fische angeliefert werden und die Sonne besonders sticht, ein riesiges, kopfloses Pirarucufilet eingesalzen zum Trocknen aus, lässig über die Gitter der Hafenabschrankung gehängt. Winzig kleine Boote mit und ohne Motor verlieren sich in der endlosen Weite der Wasser der riesigen Bucht. 


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