33 Belém im Glanz der
Jesuiten
Der majestätisch,
hochelegante Gebäudekomplex, das Kolleg der Jesuiten, heute Sitz des
Archenbischofs fasziniert. Der Gebäudekomplex zählt zu den repräsentativsten
und ausdrucksstärksten der brasilianischen Kolonialarchitektur. Das von den
Jesuiten erbaute Gebäude, dessen Barrock deutlich tropische Züge trägt, überzeugt
durch seine einfachklaren Linien, die von der stupenden Effizienz und dem guten
Geschmack der Jesuiten zeugen. Der Jesuitenorden war auf dem Höhepunkt seiner
Macht angelangt. War eine straff organisierte Christianisierungs- und
Handelsfirma. Wie stark die Kontrolle war, zeigt, dass die Baupläne aller
jesuitischen Kirchen auf der ganzen Welt, ob sie nun in Japan, oder im
brasilianischen Amazonas errichtet wurden, von der Zentrale in Rom genehmigt
werden mussten. Und das vor 300 Jahren, als Belém nur mit dem Schiff zugänglich
war. Die beeindruckende 1719 fertiggestellte Kirche Santo Alexandre gleich
daneben bestätigt den repräsentativen Sinn der Jesuiten. Sie beherbergt heute das
wunderschöne „Museu de Arte Sacra“. Es ist wohl eines der schönsten Brasiliens,
mit über 300 Ausstellungstücken barocker Kirchenkunst. Ein anderer Teil
beherbergt das liebevoll ausgestattete Museum des Círios. Auf der
gegenüberliegenden Seite schließt die Matriz den alten Stadtkern ab. Die
üppig-barrocke Fassade endlich hochweiß gekalkt und nicht mehr vom
hochkriechenden Schimmel, Wasser und anderen Infiltrationen zerfressen - die
schon so lange angekündigten Restaurierungsarbeiten haben endlich begonnen!
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