segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

35 Beléms zentale Markthalle Ver-o-peso











35 Beléms zentrale Markthalle Ver-o-peso

Wer sich den Reichtum des Regenwaldes sozusagen mit allen Sinnen aneignen will, dem sei ein Besuch auf dem Ver-o-peso empfohlen. Die aus England importierte Eisenkonstruktion wurde 1901, mitten im Kautschukboom errichtet. Der Name „Ver-o-peso“ (Sieh das Gewicht) stammt allerdings aus der Kolonialzeit, denn hier wurden alle eingeschifften Waren, um diese Zeit natürlich vor allem Kautschukballen, gewogen. Im Zollhaus „Haver-o-peso“ wurden dann die Steuern erhoben. Hier dominieren die Düfte. Denn eigentlich duftet und riecht hier im Norden Brasiliens alle und alles. Es ist wohl der hohen Luftfeuchtigkeit, sie erreicht 90%, zuzuschreiben. Die geringste Reibung erzeugt Wellen und Wellen duftender Wolken. Kleider werden bis heute gegen die Motten zusammen mit Sachés oder „Amarrados“ aus Pripirocawurzeln verwahrt. Die Menschen, auch die Männer, hüllen sich fürs Leben gern in dichte, wohlriechende Schwaden. Der Duft der Früchte wie Cupuaçu oder Araçá, von ätherischen Öle wie Rosenholz oder Copaíba graben sich als eine der typischsten Erinnerungen an den Amazonas ins Duftgedächtnis ein. Purstes Vergnügen, an sechs, sieben vollausgereiften Mangos zu riechen. Jede hat ihren ureigenen Geruch, mal halb harzig, halb herb, mal blumig oder zitronig. Die Feuchtigkeit verstärkt, überzeichnet, konzentriert alle Düfte. Soweit, dass sie penetrant werden, schwer oder gar abstoßend, einem stinkend verfolgen. Aber es gitb auch den grün-holzigen Duft des Tropenwaldes, gleich nach einem Regenfall ausgedünstet, schimmlig, faulig und doch frisch. So anders ist die vor sich hinrottende Fäulnis der Städte. Sie steigt aus den Abwasserkanälen hoch, in denen überreife Mangos zusammen mit süßlich stinkendem Abfall verfaulen. Schwaden, von ständigen Regen genährt, gegärt und zelebriert steigen einem in unappetitlich unregelmäßigen Wellen in die Nüstern. Zum reinen Delirium wird es auf dem Kräutermarkt. Der eifrige Verkäufer bricht einem die verschiedensten frischgrünen Ästchen von seinen Kräuterstauden herunter, aus denen man Tees und Badeaufsude braut. Er zerreibt sie zwischen den Fingern, hält sie einem direkt unter die schnuppernde Nase. Ein Blick hoch verfolgt den majestätischen Flug eines Urubus“, einer der allgegenwärtigen Aasgeier. Auch er will seinen Happen abbekommen. Dann ein letzter Taucher zwischen die magischen Baracken mit den Medizinal- und Heilpflanzen. Wie wäre es mit einem wohlriechenden Zauber, der einem den Mann ganz fest anbindet oder Kundschaft anzieht?



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