37 Belém hochmodern – die Docks
Mangobäume. Gibt es
allgegenwärtigere Bilder und sich immer wiederholendere Erinnerungen an die
Stadt Belém in Pará? Üppig leiden sie von Dezember bis Februar unter der süßen
Früchtelast. Es scheint, dass ihnen die ständigen Regengüsse und die hiesigen
hohen Temperaturen behagten, wurden sie doch zur Zeit des Kautschuks extra aus
Indien importiert. Andere Zeitzeugen, die Docks, spiegeln das heutige, moderne
Belém. Vom amerikanischen Großunternehmer und Visionär Percival Farquar, der hier
in Brasilien über ein Universum an Infrastrukturprojekten, Mienen und
Eisenwerken gebot, als groß angelegtes Projekt geplant und ausgeführt, zeugen
sie von der einstigen Wichtigkeit der Stadt. Die Docks, 1914 eingeweiht
verfügten nicht nur über 11 riesige Kranen, sondern auch elektrisches Licht und
13 Lagerhallen. Drei davon wurden im Jahre 2000 total renoviert. Da reihen sich
nun an privilegierter Lage direkt am Amazonas voll klimatisierte Einkaufsstraßen
und Edelrestaurants aneinander. Auch eine Brauerei gibt es hier.
Schaut man allerdings über die
Straße, wird einem klar, dass auch hier das Zusammenleben, wie immer schon in Belém, eng ist. Brust an Brust, Mauer
an Mauer, Gitter an Gitter. Jeder Schritt ein brüsker Schnitt durch alle
sozialen Schichten. Unerklärlich kompliziert. So intim und organisch, dass sich
das Oben und Unten mit dem Miserablen ständig vermischen. Nicht mal
Stadtviertel oder Wohnblöcke trennen, rücken wenigstens die extremen sozialen
Unterschiede aus dem Blickfeld. Auch hier fast an jeder Ecke eines jener
armseligen Tischchen, „Jogo de Bicho“,
illegales Glücksspiel, und an einem anderen richtet ein armer Schlucker Handys
her oder verkauft unnütze Kinkerlitzchen. Vor dem superschicken Supermarkt
hingestreckt ein Betrunkener. Seite an Seite mit dem Zeitungsverkäufer, der für
jede Zeitung sein Leben riskiert, wenn er sich vor die Autoschlangen wirft. Aber zurück in die kühlen Hallen. Ganz am Ende gibt es ein kleines,
informatives Museum, das Museu do Porto. Da kann man eine kleine Zeitreise
machen.
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