segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

37 Belém hochmodern – die Docks









37 Belém hochmodern – die Docks


Mangobäume. Gibt es allgegenwärtigere Bilder und sich immer wiederholendere Erinnerungen an die Stadt Belém in Pará? Üppig leiden sie von Dezember bis Februar unter der süßen Früchtelast. Es scheint, dass ihnen die ständigen Regengüsse und die hiesigen hohen Temperaturen behagten, wurden sie doch zur Zeit des Kautschuks extra aus Indien importiert. Andere Zeitzeugen, die Docks, spiegeln das heutige, moderne Belém. Vom amerikanischen Großunternehmer und Visionär Percival Farquar, der hier in Brasilien über ein Universum an Infrastrukturprojekten, Mienen und Eisenwerken gebot, als groß angelegtes Projekt geplant und ausgeführt, zeugen sie von der einstigen Wichtigkeit der Stadt. Die Docks, 1914 eingeweiht verfügten nicht nur über 11 riesige Kranen, sondern auch elektrisches Licht und 13 Lagerhallen. Drei davon wurden im Jahre 2000 total renoviert. Da reihen sich nun an privilegierter Lage direkt am Amazonas voll klimatisierte Einkaufsstraßen und Edelrestaurants aneinander. Auch eine Brauerei gibt es hier.
Schaut man allerdings über die Straße, wird einem klar, dass auch hier das Zusammenleben, wie immer schon in Belém, eng ist. Brust an Brust, Mauer an Mauer, Gitter an Gitter. Jeder Schritt ein brüsker Schnitt durch alle sozialen Schichten. Unerklärlich kompliziert. So intim und organisch, dass sich das Oben und Unten mit dem Miserablen ständig vermischen. Nicht mal Stadtviertel oder Wohnblöcke trennen, rücken wenigstens die extremen sozialen Unterschiede aus dem Blickfeld. Auch hier fast an jeder Ecke eines jener armseligen Tischchen, „Jogo de Bicho“, illegales Glücksspiel, und an einem anderen richtet ein armer Schlucker Handys her oder verkauft unnütze Kinkerlitzchen. Vor dem superschicken Supermarkt hingestreckt ein Betrunkener. Seite an Seite mit dem Zeitungsverkäufer, der für jede Zeitung sein Leben riskiert, wenn er sich vor die Autoschlangen wirft. Aber zurück in die kühlen Hallen. Ganz am Ende gibt es ein kleines, informatives Museum, das Museu do Porto. Da kann man eine kleine Zeitreise machen.

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