46 Im verschwenderischen Überfluss: Fische
Wie wär´s mit einer „Caldeirada“, der traditionellen
Fischsuppe? Vielleicht mit frischestem „Filhote“
oder „Tucunaré“, zwei der
geschätztesten Fische, in riesige, dicke, fast grätenlose Filetstücke
geschnitten? Zusammen mit einer Handvoll Süßwasserkrabben in einer leckeren
Brühe, in der neben Tomaten, Kartoffeln und anderen Gemüsen hart gekochte Eier
nicht fehlen dürfen, gargezogen. Aber das ist nur eine Kostprobe - es gibt mehr
als 1.200 Arten essbare Fische im Amazonas! Mag der eine lieber fette, setzt
der andere auf magerere Fische, oder gar solche mit stark orangefarbenem
Fleisch. Die Farbe kommt von den Nüssen und anderen Baumfrüchten, die dem
Pflanzenfresser sozusagen ins Fischmaul fallen. Andere Fische sind Räuber,
würden bei Gelegenheit gar Menschen fressen, was sie für einige Leute zum Tabu
werden lässt. Manche mögen ihren Fisch grilliert, andere frittiert, schwimmend
in der Suppe oder im „Tucupí“
durchgezogen.Wie wäre es mit „Pirarucú“,
dem Amazonischen Bacalhão (Stockfisch)? Jedem Feinschmecker, der schon die Ehre
hatte, dürften schon allein beim Lesen die Speicheldrüsen angeregt worden sein.
Der „Pirarucu“, ein Riesenfisch,
heute unter Schutz gestellt, ist ein weiteres kulinarisches Heiligtum. Er kann,
kein Fischerlatein, mehr als drei Meter lang werden, und erreicht eineinhalb
Meter Umfang. Oft wird er, in lange Streifen geschnitten, eingesalzen und so
verkauft.



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