sábado, 4 de fevereiro de 2012

42 Círio Belém, eine Prozession der Superlative




















42 Círio Belém, eine Prozession der Superlative
„Wie winzig sie ist!“ So winzig und so mächtig – die Heiligenfigur der „Nossa Senhora de Nazaré“, unserer Herrin aus Nazareth! Maria, die Gottesmutter bewegt einmal pro Jahr, am ersten Sonntag im Oktober, in einer Prozession zu ihren Ehren alles, was hier im Norden, Füße hat. Bei 35 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit zieht ein wuselnder, endloser, menschlicher Wurm an einem meterlangen, armdicken Strick die Figur durch die Straßen von Belém am Delta des Amazonas. Es ist der „Círio“, das wohl wichtigste und größte religiöse und auch profane Fest im Norden Brasiliens. Der Brauch der „Promessas“, der Gelübde, ist allgegenwärtig. Wer möchte nicht ein Haus kaufen, ein Boot, oder von einer Krankheit geheilt werden. Wird das Gelübde erhört, wird es am Círio „bezahlt“, eingelöst. Entweder mit dem erschöpfenden und trotzdem im wahrsten Sinne des Wortes heiß umstrittenen Gang an der Kordel oder mit einem Ex-Voto: ein selbst geschnitztes Bein für die Heilung eines Beinbruchs, ein wächsernes Herz für geheilte körperliche oder seelische Beschwerden. An den Vortagen findet die feierliche „Transladação“, die Überführung der Heiligenstatuette statt und die Prozession auf dem Amazonasdelta. Die kleine Statue wird auf halbem Weg von vielen farbenprächtig dekorierten Booten empfangen. Am Kai geht es gleich weiter mit der „Pavulagem“, der perfekten Mischung aus Heiligem und Profanem. Eine Art Kirmes, ein Jahrmarkt, ein wahrhaftig populäres Volksfest. In der jubelnden Menge unzählige Spielzeugverkäufer. Ihre übermannshohen Doppelkreuzen aus federleichtem „Burití“, einer Palmenart, sind über und über mit traditionellen Spielzeugen behängt. Die gibt es nur zum Círio. Am Sonntag des Círio beginnt die Prozession in aller Herrgottsfrühe. Hälse recken sich, Gedränge, Getümmel, Emotion. Viele Gläubige nehmen den stundenlangen Gang an der Kordel auf sich. Erzählen von wahren Dellierien, die aber durch das Opfer, die heilige Tat mehr als aufgewogen werden. Ein wahrhaftiges Volksfest, bei dem die unverfälschte, pure Gläubigkeit überzeugt. 





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