48 Äußerst vielseitig: Maniok
Die Maniokpflanze, eine Art hoher Strauch, ist
äußerst genügsam. Er gedeiht ohne großen Aufwand und Pflege auch auf schlechten
Böden. Aus den Blättern wird Maniçoba gekocht, die amazonische Feijoada. Die „Manicoba“ scheint direkt
von der Feuerstelle der Malokas auf die bürgerlichen Tische gesprungen. Hier
sind die frischen, siebenfingrigen Blätter des Manikostrauches zu riesigen
Bergen aufgehäuft. Der Nachbar verkauft sie gewaschen und durchgedreht, zu
frischer „Maniva crua“ zerkleinert.
Wer es weniger folkloristisch mag, kauft im Supermarkt. Mitten zwischen den
Gestellen brodeln in riesigen Hexenkessel braun-schwarze Breie vor sich hin,
deren Aussehen erschreckend an flüssige Kuhfladen erinnert, wäre da nicht der
köstliche blättrige Geruch der „Maniba“,
mitten im Kochprozess. „Maniba“, das
weiß hier jedes Kind, muss sieben Tage, eine ganze lange Woche lang (!) vor
sich hin kochen, damit ihre tödlich-giftige Blausäure chemisch umgewandelt wird
und verdampft. Zu Hause wird sie dann zusammen mit den selben Fleisch-und
Wurstsorten der Feijoada, wer mag auch mit Kutteln, Sauohren und -schwänzen zur
traditionellen „Maniçoba“
verarbeitet. Aus den gewässerten und geriebenen Knollen wird Tucupí
gewonnen. Der Saft wird ausgepresst. Ein paar Tage stehen gelassen, setzt sich
die Goma auf dem Grund ab. Guter Tucupí ist von dicklich grün-gelber
Farbe und schmeckt wunderbar säuerlich aromatisch. Ein anderes Produkt aus Maniok sind Tapiokaflocken, weiß und knusprig, die
an schlankes Popkorn erinnern oder pulverfeines Tapiocamehl für hauchfeine „Beijus“, ein Götterfrühstück.



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