quinta-feira, 2 de fevereiro de 2012

48 Äußerst vielseitig: Maniok









48 Äußerst vielseitig: Maniok

Die Maniokpflanze, eine Art hoher Strauch, ist äußerst genügsam. Er gedeiht ohne großen Aufwand und Pflege auch auf schlechten Böden. Aus den Blättern wird Maniçoba gekocht, die amazonische Feijoada. Die „Manicoba“ scheint direkt von der Feuerstelle der Malokas auf die bürgerlichen Tische gesprungen. Hier sind die frischen, siebenfingrigen Blätter des Manikostrauches zu riesigen Bergen aufgehäuft. Der Nachbar verkauft sie gewaschen und durchgedreht, zu frischer „Maniva crua“ zerkleinert. Wer es weniger folkloristisch mag, kauft im Supermarkt. Mitten zwischen den Gestellen brodeln in riesigen Hexenkessel braun-schwarze Breie vor sich hin, deren Aussehen erschreckend an flüssige Kuhfladen erinnert, wäre da nicht der köstliche blättrige Geruch der „Maniba“, mitten im Kochprozess. „Maniba“, das weiß hier jedes Kind, muss sieben Tage, eine ganze lange Woche lang (!) vor sich hin kochen, damit ihre tödlich-giftige Blausäure chemisch umgewandelt wird und verdampft. Zu Hause wird sie dann zusammen mit den selben Fleisch-und Wurstsorten der Feijoada, wer mag auch mit Kutteln, Sauohren und -schwänzen zur traditionellen „Maniçoba“ verarbeitet. Aus den gewässerten und geriebenen Knollen wird Tucupí gewonnen. Der Saft wird ausgepresst. Ein paar Tage stehen gelassen, setzt sich die Goma auf dem Grund ab. Guter Tucupí ist von dicklich grün-gelber Farbe und schmeckt wunderbar säuerlich aromatisch. Ein anderes Produkt aus Maniok sind Tapiokaflocken, weiß und knusprig, die an schlankes Popkorn erinnern oder pulverfeines Tapiocamehl für hauchfeine „Beijus“, ein Götterfrühstück.

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