segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

32 Belém kolonial – vom Glanz ehemaliger Blüte
















32 Belém kolonial – vom Glanz ehemaliger Blüte

Wo ist die wunderschöne Stadt abgelieben, die 1751 unter dem portugiesischen Premierminister und Erneuerer Marques de Pombal zur Hauptstadt der Provinz Grão-Pará e Maranhão erhoben wurde und dazu vom Architekten Antônio Guiseppe Landi, Italianer aus Bologna (1708-1790), mit seinem unvergleichlich, klassischen Stil zu einer tropischen Metropole ausgebaut? Metropole war der Status Beléms, direkt Lissabon unterstellt. Pombal hatte Großes vor. Der Amazonas sollte zu einer florierenden Überseekolonie nach dem englischen und holländischen Vorbild der Ost-Indien-Kompanien ausgebaut werden. Bedeutende Bauten, wie die große Kathedrale Sé und der Palácio do Governo (1940 in Palácio Lauro Sodré umgetauft; 1994 zum Museum des Staates Pará ausgebaut) und das “Casa das Onze Janelas”, das elf-fenstrige Haus am Ende des Platzes, ein ehemaliges Militärkrankenhaus, zeugen noch davon. Der ganze Block trägt heute wieder den stolzen, geschichtsträchtigen Namen „Núcleo Feliz Lusitânea“. Denn hier ankerten 1616 die ersten Portugiesen. Ihr Ziel? Präsenz im Kreuzzug gegen die unliebsame ausländische Konkurrenz und der lukrative Handel mit den sogenannten “Drogas do Sertão”, aromatische Harze, Medizinalpflanzen und Gewürze, nicht nur zum Essen, sondern auch als Medikamente begehrt, für Parfüms und Balsame, zur Räucherung und als Konservierungsstoffe - Spezereien, auf dem europäischen Markt oft mit Gold aufgewogen. Im Museum „Forte do Presépio“ kann man diese bewegte Geschichte der Kolonisation des Amazonas nachvollziehen. Hier stehen indianische Töpferwaren gleichberechtigt neben Resten europäischen Porzellans. Bald schon ging es bergab. Zwischen 1835 und 1837 wurde Belém zum Zentrum eines Volksaufstandes, zum Epizentrum einer Revolution, der „Cabanagem“ eine Art Bürger- und Befreiungskrieg. Untere Schichten, frei gelassene Sklaven, Indios ohne Stammeszugehörigkeit und ein paar Fazendeiros und Händler zettelten ihn an. Probten, von den Ideen der Französischen und Amerikanischen Revolution inspiriert, die Unabhängigkeit. Der Aufstand griff auf alle Staaten Grão-Parás, (heute Pará, Amazonas, Roraima, Rondônia und Amapá) über. Es wird geschätzt, dass mindestens 40% der Bevölkerung, oder 30.000 Bewohner bei den Unruhen und Kämpfen getötet wurden.


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