segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

23 Die Insel der Liebe von Alter do Chão




















23 Die Insel der Liebe von Alter do Chão

Die klaren, großen Himmel weiten sich endlos bis zum Horizont. Die tiefen Wolken driften, leicht und klar. Wirken wie hingepinselt, in weißen, panoramisch lang gezogenen Schlieren. Schweben, diffus und weichrund, eine Handbreit über der Wasserlinie. Der unberührt scheinende Regenwald, in sich geschlossenes Grün, erhebt sich kaum sichtbar, eine einzige, weit gezogene Ebene. Am Ende ein einzelner Hügel, abgeflacht, ein Vulkankegel. Die Sandbank hat die Form einer Sichel; purer, weißer Zucker, einer feinen, sich in der Mitte verbreiternden, kristallenen Linie entlang hingestreut. Der Fluss Tapajós, zahmträger Strom, weit, fast ein Meer, spiegelt das Blau des Himmels um ein paar Nuancen dunkler zurück. Dreißig, vierzig Schiffchen liegen wartend auf der Lauer, starkblaue und fröhliche Ruderboote mit sauberem, weißem Rand. Das starke Orange der Rettungswesten leuchtet. Der brennenden Tropensonne dieses überperfekten Sonntags ist es noch nicht gelungen, ihnen ihre Strahlkraft auszubleichen. Eine gute halbe Stunde von Santarém entfernt liegt jener paradiesische Strand, die Insel der Liebe, der noch fast ganz in der Hand der Einheimischen und einigen ausländischen Späthippies ist. Nur die Kreuzfahrtschiffe haben seine Schönheiten schon ins Programm aufgenommen. Sie ankern weit draußen. Spucken hin und wieder gelbe Schlauchboote aus, die ihre bleiche Touristenfracht am überdimensionalen Bootssteg ausschütten, von wo aus sie dann für eine halbe abenteuerliche und tropisch-heiße Stunde den stillen Flecken überschwemmen. Die beste Jahreszeit ist im Januar, da sind die Wasser tief und die freigelegten Strände wunderbar weiß.




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