segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

31 Belterra/Fordlândia der gespenstische Traum Henry Fords











31 Belterra/Fordlândia der gespenstische Traum Henry Fords


Belterras Hochblüte, eine goldene Zeit, dauerte nur zwei kurze Jahre, von 1938 bis 1940. Während dieser zwei Jahre stand die heute verschlafene Stadt im Zentrum des Weltgeschehens. Alles begann 1921. In Fordlândia errichtet Henry Ford seine erste Gummiplantage. Denn mehr als die Hälfte aller neuen Autos, die auf den Markt kamen, stammten aus seiner Produktion. Grund genug, hier im Amazonas noch einen seiner megamanischen Träume in die Realität umsetzen. Es galt, das Monopol der Engländer zu brechen, die als einzige in Asien Kautschuk ernten, der in Plantagen angebaut und nicht wie im Amazonas noch immer direkt aus dem Regenwald gewonnen wurde, unter menschenunwürdigsten Umständen und mit primitivsten Methoden. Henry Fords American Rubber Mission sollte sein Unternehmen unabhängig machen, und dem Marktführer der amerikanischen Automobilindustrie erlauben, seine immer stärker werdende Nachfrage nach Gummi für die Reifen und andere Autoteile der Fordmobile zu befriedigen. Der Traum erwies sich als Reinfall, ein wahres Fiasco. Fordlândia wurde 1936 aufgegeben und gegen Belterra getauscht. Nicht vorhersehbare Krankheiten, unter anderem ein Pilz, ließen die 1,5 Millionen Gummibäume der Plantage absterben. In Belterra nun entstand über Nacht eine amerikanische Musterstadt mitten im Dschungel. Das Ende des Zweiten Weltkrieges, weitere, bis dahin unbekannte Krankheiten verwüsteten die riesigen Monoplantagen und natürlich die Entwicklung des synthetischen Kautschuks, gewonnen aus Erdölderivaten, setzten der Blüte aber ein abruptes Ende. Henry Ford verkaufte die Stadt nach einem Verlust von mehr als 100 Millionen USD in aktueller Währung für umgerechnet 250 Tausend Dollar an den brasilianischen Staat. Wer heute hierher kommt, kann die Geschichte nur ahnen. Mitten im Zentrum erinnert ein kleiner Pavillon daran, dass hier wohl ehemals Musikkapellen aufspielten.



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