segunda-feira, 13 de fevereiro de 2012

Das städtische Amazonien


Das städtische Amazonien

Wen überrascht´s? Mitten im Amazonas versteckt sich ein interessanter Teil Weltgeschichte. Besonders Belém, zur Zeit der Kolonisierung durch die Portugiesen die Hauptstadt Grão Parás und direkt Portugal unterstellt, zeugt davon. Heute eine gleichzeitig mythische wie heruntergekommene, lieblos modernisierten Stadt, hat sie alle gesehen: Padre Antônio Vieira, zwischen 1653 und 1661 auf einer Mission im Amazonas, Jesuit, hochverehrter Poet, geschickter Politiker und intimer Berater des portugiesischen Königs. Seine hochberühmten „Sermões“, Predigttexte und Briefe, beschreiben den Amazonas als eine Art Turmbau zu Babel, so vielen indigenen Sprachen begegnete er auf seinen Reisen auf und in den Amazonas! Die Jesuiten und andere religiöse Orden kamen mit den ersten Kolonisatoren hierher. Stellten sich auch als erste und einzige manchmal auf die Seite der Indios. Sie trotzten dem Papst Paul III die 1537 verkündeten Bulle „Sublimis Deus“ ab, klar auf die Ureinwohner Amerikas gemünzt, die die Versklavung derselben mit dem Argument verbot, es handle sich bei den Ureinwohnern Amerikas um vernunftbegabte Wesen, die gar eine Seele hätten, womit ihnen sowohl Besitz als auch Rechte zuständen(!), allerdings nur dann, wenn ihnen, sozusagen als Wegzoll, das Heil bringende Christentum gelehrt werde. Später dann Francisco Xavier de Mendonça Furtado, Gouverneur und Capitão-General des Staates Grão Pará und Maranhão, Bruder des illusteren Marques de Pombal, portugiesischer Premierminister, aufgeklärter Erneuerer Portugals und seiner Kolonien, erklärter Feind der Jesuiten. Er erhob Belém im Jahre 1751 zur Hauptstadt ganz Nordbrasiliens. Die Deutschen Carl Friedrich Philipp von Martius und Johan Babtist Ritter von Spix, zwei große deutsche Naturforscher und Ethnologen, Euclides de Cunha, Ingenieur und Poet, hergeschickt vom Diplomaten Barão do Rio Branco, um die Grenze mit Peru zu bereinigen und einen nie beendeten Klassiker über den Amazonas zu schreiben. Percival Farquhar, nordamerikanischer Unternehmer aus der Energie- und Verkehrsbranche, der mitten durch den Dschungel eine Eisenbahn bauen wollte und Cândido Mariano da Silva Rondon, Bezwinger eines unbekannten Sertãos (Hinterlandes) und des teuflisch-tödlichen amazonischen Regenwaldes, durch den er die erste Telegrafenleitung verlegte. Er sei, als er den letzten Mast gesetzt habe, davon informiert worden, man habe soeben das Telefon erfunden. Theodore Roosevelt, nordamerikanischer Ex-Präsident, auf der Suche nach Abenteuer und dem „Rio da Dúvida“, dem Fluss des Zweifels, und Emílio Goeldi, Schweizer, Wissenschaftler und Museologe, um nur die berühmtesten unter sehr vielen anderen zu erwähnen. Alle hat der Sturmwind der Geschichte hier durchgeblasen, Belém befand sich sozusagen im Auge des Hurrikans, war und ist Ausgangs- und Endpunkt von fast allem, was mit dem Amazonas zu tun hat.



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