40 Prozession der
Fischer zu Ehren von São Pedro, Santarém
Endlich legt die Manelito II ab. Langsam formiert sich in ihrem Bauch der
Chor der Sänger und Sängerinnen, alle Fischer, Mitglieder der Fischerkooperative
Z 20. Schon legt eines der Saxofone klagend los, die Trompete fällt ein. Die
Trommel und die mächtige Pauke schlagen den Takt. Frei schwingt sich die
ungebildete Stimme über die keine Menschenmenge. Singt ab Blatt eines der
vielen Lieder zu Ehren des Schutzpatrons São Pedro, des heiligen Petrus, dessen
Tag, den 29. Juni, sie heute feiern. Die Prozession zu Wasser wird von der Manelito
angeführt. Bedächtig nur, zögerlich bekommt der Umzug mehr Körper, mehr
Substanz. Zum Schluss fahren im Kielwasser der Manelito II mehr als 60 weiße,
blau abgesetzte Schiffe, Boote und Bötchen, die meisten festlich mit farbigen
Girlanden geschmückt. In weitem Bogen geht es im Konvoi den Kais entlang, dann
hinaus auf den Fluss, breit wie ein Meer. Alle folgen sie der kleinen,
holzgeschnitzten Heiligenfigur, nach einigem hin und her ganz oben aufs Dach
des Oberdecks der Manelito buxiert. Die Tage des heiligen Petrus scheinen
gezählt. Aber noch sind sie dabei, die São Pedro II, die Luara I und die
Malouvida genauso wie die Veloso, die Aliança II und auch die Hafenfeuerwehr.
Soeben fahren wir an der Fischerkolonie vorbei, wo von einer riesigen Treppe
aus viele bunt gewandete Menschen herüberwinken. Schon im abendlichen
Kupferlicht zieht dann die Prozession zur Kirche zur abschließenden Messe. Hin
und wieder löst sich einer, kniet nieder, küsst das Satinband vom Saum der
Heiligenfigur, geht wieder in der Menge auf. Alle lauschen sie andächtig den
aufbauenden Worten des vollständig versammelten lokalen Klerus.
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